Dual-Chassis 1002 / 1002 D / 1002 E / 1002 F

Dual-Chassis 1002

 
 
 

 

Das Chassis 1002 war der erste Dual-Wechsler mit 3 Geschwindigkeiten, der somit nicht nur Schellack-Platten bedienen konnnte. Er ist dem Modelljahr 1952/53 zuzuordnen (1951/52 war noch der 1000 und 1001 genannt, während 1953/54 bereits 1002 E und 1002 F aufgeführt werden).

Das Gerät ist eine komplette Neuentwicklung mit einigen interessanten technischen Details. Im Wechslerbetrieb können nur Platten mit 25 und 30 cm Durchmesser in beliebiger Reihenfolge gespielt werden, gleiche Drehzahl vorausgesetzt. Platten mit kleinerem Durchmesser müssen manuell bedient werden, eine Abwurfsäule für 17-cm-Scheiben mit grossem Mittelloch gibt es erst für den 1002F (AS2).

Der Tonarm ist aus Metall und trägt einen einschiebbaren Tonkopfschlitten, auf dem der Tonabnehmer montiert ist. Im Ur-Modell 1002 gab es zwei verschiedene Tonköpfe mit dem ELAC-System KST 2. Eines mit der Bezeichnung N mit einer Schellack-Nadel bestückt und eines mit Bezeichnung M mit einer Micro-Nadel bestückt. Unter der Modellbezeichnung 1002 D konnte man kurze Zeit später (gleiches Modelljahr) das Gerät mit einem anderen Tonkopf erwerben, der mit dem Kippsystem KST 5 (Duplo-Nadel SN 12 MN) ausgestattet war.

Der Antrieb erfolgt über Reibräder, die in einer Art Revolver-Mechanik um die Antriebsachse angeordnet sind. Die Drehzahleinstellung ist daher relativ umständlich, da der Knopf immer nur im Uhrzeigersinn gedreht werden darf, bis in dem chrom-umbördelten Guckloch die gewünschte Drehzahl angezeigt wird. Zwischen jeweils zwei Drehzahlen befindet sich eine Null-Stellung, in die man den Spieler bringen sollte, wenn er länger nicht benutzt wird, um die Gummiräder vor Druckstellen zu bewahren.

Der Drehschalter vorne rechts ist gleichzeitig auch Aus-Ein-Schalter für Motor und - wenn Platten auf der Wechselachse liegen - für die Wechsler-Automatik. Wenn man ihn zum Chassis-Rand schiebt, schaltet man ein und löst damit gleichzeitig die Tonarm-Arretierung (wenn geschlossen). Wenn der Tonarm auf der Stütze aufliegt und man verriegelt die Tonarm-Arretierung, wird damit gleichzeitig der Schalter in Aus-Stellung gebracht - wirklich gut durchdacht.

Oberhalb der Tonarm-Stütze gibt es einen Schalter für ein zuschaltbares Filter.

 

 
 
 
 

 

Am Ende der (letzten) Schallplatte wird der Motor automatisch abgeschaltet, der Tonarm bleibt jedoch auf der Platte liegen. Das Abnehmen und Zurücklegen auf die Tonarmstütze erfolgt immer manuell.

Das hier abgebildete Chassis trägt die Nr. 23455 und dürfte daher aus dem Produktionszeitraum ca. Januar - Februar 1952 stammmen. Es war ursprünglich in der Schatulle eingebaut, in der sich jetzt mein 1002 F befindet. Das liegt daran, dass ich das Gerät eigentlich nur der Schatulle wegen gekauft hatte und der 1002 wirklich sehr schrottig aussah. Leider fehlte mir bis vor kurzem noch ein passender originaler Tonkopf.

Bei der Phonobörse 2013 in St. Georgen konnte ich den Tonkopf für 1002 D (mit dem Kippsystem Elac KST 5) erwerben. Etwas enttäuscht war ich allerdings doch, weil das montierte System nicht mehr funktionierte und zudem auch die Schellack-Nadelspitze defekt war. Deshalb habe ich kurzerhand das Elac KST 8 eingebaut (bekannt aus PE Rex A). Nadel SMN 9 , Auflagekraft ca. 9 g.

 

 
 
 
 

 

Bedingt durch den Umstand, daß das Gerät als 1002 ausgeliefert wurde und die dafür vorgesehenen Tonköpfe eine höhere Auflagekraft benötigten (11 - 15 g) hatte ich Schwierigkeiten, das Gewicht auf maximal 9 g einzustellen. Es blieb mir deshalb nichts anderes übrig als die originalen Zugfedern durch etwas stärkere zu ersetzen, jetzt kann mit der Regulierschraube der Bereich von etwa 0 bis 13 g eingestellt werden (vorher 10 bis 25 g).

Jetzt bin ich wirklich am überlegen, das Gerät wieder in die Schatulle zurückzubauen und etwas anderes für den 1002 F zu suchen.

Auf jeden Fall ist das Gerät wieder vollkommen funktionsfähig, entspricht jetzt allerdings nicht mehr dem Urzustand, sondern müßte als 1002 D bezeichnet werden (wobei der Urzustand jederzeit wieder hergestellt werden kann).

Generalüberholung im April 2013, Umbau in 1002 D im Juni 2013.

 

 
 
 

Dual-Chassis 1002

(0613)

 

Dual-Chassis 1002 E (im Phonoschrank)

 
 
 

 

Der Schrank stammt aus dem Jahr 1952 und ist mit einen Plattenwechsler des Typs Dual 1002 E mit ELAC-System KST 5 bestückt. Der damalige Neupreis (ohne Schrank) lag bei 172,- DM.

Im unteren Teil des Schranks finden bis zu 200 Langspielplatten bequem Platz.

Das Gerät ist voll funktionsfähig und wurde im Jahr 1997 von mir vor dem Sperrmüll gerettet. Mittlerweile läuft der 1002 E an meinem SABA Meersburg W II, der auf diesem schönen Phonoschrank ebenfalls gut zur Geltung kommt.

Chassis 1002 E:

Das Gerät kann Schallplatten mit 33/45 und 78 Umdrehungen abspielen. Platten mit 25 und 30 cm Durchmesser können im Wechselbetrieb abgespielt werden, die Größenerkennung und die damit verbundene Tonarmsteuerung erfolgt durch die äußere Stapelauflage.

Ein Wechselbetrieb mit 17 cm-Platten mit großem Mittelloch ist bei diesem Gerät nicht möglich.

Für Einzelspiel muß der Tonarm manuell aufgesetzt werden. Er ist mit einem Kristall-System von ELAC (KST 5 mit Nadel SN12 / PE 5) oder von DUAL (CDS 1 mit Nadel DN 1) bestückt und hat eine Auflagekraft von 90 mN. Die Drehzahl wird am großen Teil des Drehknopfs vorne rechts eingestellt, der kleine Teil ist der Ein-Aus-Schalter für den Motor bzw. Start-Schalter bei Wechselbetrieb.

Am Ende der (letzten) Schallplatte wird der Motor automatisch abgeschaltet, der Tonarm bleibt jedoch auf der Platte liegen. Das Abnehmen und Zurücklegen auf die Tonarmstütze erfolgt immer manuell. Zur Anpassung des Frequenzgangs hat der Spieler einen 3-stufigen Filterschalter.

 

 
 
 
 

 

Abwurf-Automatik für Schallplatten der Größen 25 und 30 cm, Geschwindigkeiten 33/45/78 Touren, Tonarm halbautomatisch, Plattenteller mit braunem Filzbezug. Die Beleuchtung geht beim Öffnen oder Schließen der Klappe automatisch an oder aus, sichtbar durch ein rundes, lichtdurchlässiges Kunststoff-Fenster in der Mitte unterhalb des Griffs.

 

 
 
 
 

 

Beschreibung aus dem "Handbuch des Rundfunk- und Fernsehgrosshandels" Jahrgang 1953/54:

Plattenwechsler 1002 E

Stromart: Wechselstrom 110/125/220/240 V

Geräteart: Plattenwechsler dreitourig für alle Plattengrößen

Dose: Kristall

Tonarmkopf: herausziehbar, System und Nasdel leicht auswechselbar, einfache Hebelumschaltung für Normal- und Mikrorillenplatten

Nadel: Duplo-Safirnadel

Auflagegewicht: 9 g

Auslenkdruck: max. 5 g / 100 µ

Ausgangsleistung: etwa 60 mV / mm LBB bei 1000 Hz

Gleichstromwiderstand: min. 10 MOhm

Widerstand bei 800 Hz: kapazitiv etwa 200 kOhm

Äußere Abmessungen: 373 x 318 mm, für den Gebrauch: 130 / 75 mm (oberhalb / unterhalb der Platine)

Gewicht: 5,3 kg

Ausführungsform: Einbau-Chassis

Besonderheiten: Reibradantrieb umschaltbar auf 33 1/3, 45, 78 U/min. Transportsicherung durch Arretierung des Getriebes, dadurch Schonung der Gummibeläge. Federaufhängung zur Vermeidung der akustischen Rückkopplung. Geräuschfilter.

Preis im Modelljahr 1953/54: DM 172,- (Chassis 1002 E)

Preis im Modelljahr 1953/54: DM 182,- (Auf nußbaumfurniertem Holzsockel Type 1002 ES)

Preis im Modelljahr 1953/54: DM 294,- (Tisch-Schatulle Type 16/1002 E)

 

 

Dual-Chassis 1002 E (im Phonoschrank)

(1112)

 

Dual-Chassis 1002 F

 
 
 

 

Sehr schön erhaltenes Gerät mit dem originalen Holzsockel, das mir 2014 ein befreundeter Sammler großzügig überlassen hat. Es ist bei mir in guten Händen!

Beschreibung der technischen Daten wie beim 1002 E (oben) außer:

 

Äußere Abmessungen: 373 x 318 mm, für den Gebrauch: 138 / 78 mm (oberhalb / unterhalb der Platine)

Gewicht: 5,5 kg

Ausführungsform: Einbau-Chassis

Besonderheiten: Spezial-Abwurfvorrichtung für Platten 17 cm mit großem Mittelloch. 25- und 30-cm-Platten gemischt spielbar. Ganz-Plexigum-Tonarm. Transportsicherung durch Arretierung des Getriebes, dadurch Schonung der Gummibeläge. Federaufhängung zur Vermeidung der akustischen Rückkopplung. Geräuschfilter.

Preis im Modelljahr 1953/54: DM 184,- (Chassis 1002 F einschließlich Spezial-Abwurfvorrichtung)

Preis im Modelljahr 1953/54: DM 306,- (Schatulle Type 16/1002 F einschließlich Spezial-Abwurfvorrichtung)

 

Weitere Info unten.

 

 

Dual-Chassis 1002 F

(0614)

 

Dual-Chassis 1002 F (Schatulle 16)

 
 
 

 

Die Schatulle stammt vermutlich aus dem Jahr 1951 und war ursprünglich mit einem Chassis 1002 ausgestattet. Habe das Gerät im Frühjahr 2010 bei eBay ersteigert, weil ich eigentlich nur Interesse an der Schatulle für ein bereits vorhandenes Chassis 1002 F hatte. Und da das Chassis sowieso recht übel auf dem Foto aussah, dachte ich, umso besser.

Die Schatulle mußte soweit möglich demontiert werden, um eine gründliche Reinigung vornehmen zu können. Da das Chassis 1002 noch ungefedert fest mit dem Gehäuse verschraubt war und das Chassis 1002 F über eine Vierpunkt-Federaufhängung verfügt, mussten auch noch die Löcher für die Federteller gebohrt werden. Sonst waren keine weiteren Modifikationen notwendig.

Der Umbau ist zwar ein Eingriff in die Originalsubstanz, da es aber meinen Nachforschungen zufolge diese Schatulle auch noch 1953 zusammen mit dem 1002 F gab (Schatulle 16, evtl. mit etwas anderem Griff), halte ich ihn jedoch für legitim.

Das Gerät ist voll funktionsfähig und wurde im Jahr 1997 von mir (mit abgerissenem Tonarm) vor dem Sperrmüll gerettet. Mittlerweile läuft der 1002 F an meinem SABA Villingen 12, der zwar rund 10 Jahre jünger aber gerade so groß ist, daß er auf diese schöne Phonoschatulle gestellt werden kann.

Einen Ersatz-Tonarm (leider ohne Schriftzug) und die fehlende Tonarmstütze konnte ich in St. Georgen auftreiben.

Die Schatulle ist innen beleuchtet, geht beim Öffnen oder Schließen der Klappe automatisch an oder aus.

Abmessungen (geschlossen): 58,5 x 27 x 40 cm ( B x H x T ).

 

 
 
 
 

 

Chassis 1002 F:

Das Gerät kann Schallplatten mit 33/45 und 78 Umdrehungen abspielen. Platten mit 25 und 30 cm Durchmesser können im Wechselbetrieb abgespielt werden, die Größenerkennung und die damit verbundene Tonarmsteuerung erfolgt durch die äußere Stapelauflage. Am Ende der (letzten) Schallplatte wird der Motor automatisch abgeschaltet, der Tonarm bleibt jedoch auf der Platte liegen. Das Abnehmen und Zurücklegen auf die Tonarmstütze erfolgt immer manuell.

Für Wechselbetrieb mit 17 cm-Platten mit großem Mittelloch gibt es eine Spezial-Abwurfsäule AS 2. Diese funktioniert ausschließlich in Verbindung mit einen 1002 F. Im April 2007 hatte ich das Glück , eine AS 2 auf eBay zu ersteigern. In Verbindung mit der AS 2 funktioniert jedoch nicht die End-Abschaltung, sodaß die letzte Platte so oft gespielt wird, bis man manuell die AS 2 entriegelt, damit der Hubzapfen keinen Widerstand mehr hat.

Für Einzelspiel muß der Tonarm manuell aufgesetzt werden. Frühe Geräte waren mit einem Kristall-System von DUAL (CDS 1 mit Nadel DN 1) bestückt. Alternativ konnte natürlich auch das beim 1002 E verwendete von ELAC (KST 5 mit Nadel SN12 / PE 5) eingesetzt werden. Beide haben eine Auflagekraft von 90 mN. Die späteren Geräte hatten dann das weiterentwickelte CDS 2 mit Nadel DN 2 bei gleicher Auflagekraft. Ich habe mich bei diesem Gerät für das CDS 1 mit der DN 1 entschieden, weil ich kein anderes Gerät mit dieser Bestückung habe und noch ein paar Ersatznadeln da sind.

Die Drehzahl wird am großen Teil des Drehknopfs vorne rechts eingestellt, der kleine Teil ist der Ein-Aus-Schalter für den Motor bzw. Start-Schalter bei Wechselbetrieb. Erstmals gibt es beim Drehzahlrad eine Raststellung für eine entlastete Ruheposition der Reibräder.

Zur Anpassung des Frequenzgangs hat der Spieler einen 3-stufigen Filterschalter.

Der Plattenteller hatte bei frühen Geräten noch einen braunen Filzbezug. Später gab es dann, wie bei meinem Gerät, eine braune Gummi-Auflage mit dem geschwungenen DUAL-Schriftzug.

Wichtiger Hinweis für Restaurierer:

Das Gerät hat einen Quecksilber-Schalter! Die Zuleitungen sind aus hochflexibler dünner Kupferlitze und wurden damals in eine flexible Isolierung gelegt. Dieses Material ist bei allen Geräten mittlerweile vollkommen spröde und zerbröselt. Daher können die Litzen das Chassis berühren und somit unter Spannung setzen. Aus Sicherheitsgründen sollten diese Litzen oder deren Isolierung vor einer Inbetriebnahme überprüft und ggfs. ersetzt werden!

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Dual-Chassis 1002 F (Schatulle 16)

(1112)

 

 

Stand 13.07.2014