Dual HS 20

 
 
 

 

Phono-Stereo-Anlage mit Chassis 1010 A aus dem Jahr 1966, Ausführung Nußbaum. Tonabnehmer-System Dual CDS 630, Nadel DN 5 (Auflage 40 mN / 4 p).

Die hier abgebildete Anlage konnte ich für sehr kleines Geld bei der Phono-Börse 2009 in St. Georgen erstehen. Die Gelegenheit, nun auch noch das Vorgängermodell der HS 21 zu besitzen, konnte ich mir nicht entgehen lassen. Jetzt fehlt wirklich nur noch ein Gerät in weißem Schleiflack - vielleicht eine frühe HS 21 mit Chassis 1010 S? Aber ich will nicht undankbar sein, denn ich bin mit meinen beiden Geräten absolut zufrieden!

Das Gerät befand sich zum Kaufzeitpunkt in einem recht desolaten Zustand, war aber zum Glück noch nicht verbastelt worden. Zunächst wurde das Gerät soweit wie möglich in seine Einzelkomponenten zerlegt und gründlich gereinigt. Danach mußte der Korpus an mehreren Stellen sorgfältig verleimt und gerichtet werden, da er an 3 von 4 Lautsprecherscharnieren ausgerissen war. Das Originalfurnier konnte weitgehend gerettet werden, nur eine Stelle seitlich rechts unten fehlte bereits komplett. Hier mußte auf etwa 10 x 25 mm mit Holzspachtel ausgebessert werden.

Jetzt wurden alle Nußbaum-Oberflächen gründlich mit Ballistol-Öl eingerieben und poliert, insgesamt dreimal. Erst dann hatte das Gehäuse wieder etwas von dem original mattglänzenden Erscheinungsbild von einst zurückgewonnen. Die Technik-Revision war dann relativ unspektakulär: lediglich die alterungsanfälligen Elkos sowie die Schmelzsicherungen wurden ersetzt und so ziemlich alle Lötstellen "erneuert".

Das Chassis 1010 A war recht gut erhalten, hatte aber trotzdem ein paar kleine Überraschungen parat: am Tonarm war die TK-Halterung lose und dadurch die Litze z.T. abgerissen. Ganz seltsam war, daß eine völlig verkehrte Stufenscheibe auf der Läuferwelle montiert war und deshalb keine Drehzahl korrekt war. Glücklicherweise hatte ich die passende vorrätig und alles war in Ordnung. Ansonsten war nur zu reinigen und an diversen Stellen neu abzuschmieren. Den Tonarm habe ich mit einem geprüften CDS 630 / DN 5 bestückt und neu justiert.

Der Restaurierungsaufwand betrug ca. 20,- Euro und rund 25 Arbeitsstunden.

Das Gerät sieht nicht aus wie neu aber deutlich schöner als beim Kauf. Es funktioniert tadellos und hat einen angenehmen Klang!

Der damalige Neupreis lag bei rund 700,- DM.

Ein Gerätefuß GF 1 war für ca. 50,- DM als Zubehör erhältlich.

 

 
 
 
 

 

Das zweite Bild zeigt den ausgeschwenkten Plattenspieler im Detail - man erkennt hier noch zwei weitere Unterschiede gegenüber der HS 21 F, außer den anderen Drehknöpfen: die Rundung des Platinenausschnitts in der Zarge ist hier noch an die 1000er Geräte angepaßt, während in der HS 21 F bereits ein 1200er Gerät hätte eingebaut werden können. Außerdem befinden sich die Ecken-Arretierungen für die Abdeckhaube CH 9 auf der Zarge, obwohl diese gar nicht verwendet werden kann (wegen der hinten angebrachten Ablage).

Vor dem Einschwenken ist es ratsam, den Tonarm zu arretieren und die Achse zu entfernen. Ein einfacher Zentrierstift kann im Prinzip keinen Schaden anrichten, er kann lediglich nach hinten herausfallen. Eine steckengelassene Wechselachse AW3 oder AS9 kann je nach Kraftaufwand selbst Schaden nehmen und/oder die Gehäuserückwand beschädigen.

Im letzten Bild sind die Lautspecher eingeschwenkt, das Gerät ist geschlossen. Die Lautsprecher sind im angebauten Zustand über die Scharniere elektrisch verbunden. Sie sind jedoch mit wenigen Handgriffen abnehmbar, müssen dann aber mit separaten Anschlußkabeln verbunden werden. Die Buchsen dafür befinden sich an der jeweiligen Seite unten.

 

 
 
 

Dual HS 20

(1210)

 

Stand 25.11.2012